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Glück ist das Ende

Ich machte ein eindeutiges Angebot - sie lehnte energisch ab.

Daraufhin schlich ich gesenkten Hauptes und wunden Herzens nach Hause, um dort ein todtrauriges Gedicht zu schreiben.

Man stelle sich einmal vor, sie wäre auf mein Angebot eingegangen: Glück ist das Ende aller Poesie.

 

Im Büro

Im Spannungsfeld zwischen der Genugtuung, während der Arbeitszeit nicht zu arbeiten - und dafür auch noch bezahlt zu werden - und dem schlechten Gewissen, dafür bezahlt zu werden, daß ich während der Arbeitszeit nicht arbeite,

beobachte ich mit wachsender Spannung, wie ich mit wachsender Spannung beobachte,

wie aus der Genugtuung, während der Arbeitszeit nicht zu arbeiten - und dafür auch noch bezahlt zu werden - und dem schlechten Gewissen, dafür bezahlt zu werden, daß ich während der Arbeitszeit nicht arbeite, ein Spannungsfeld entsteht.

 

Mühlenbecker See

Der See hat keine Geheimnisse mehr. Schilf ist Schilf, eine Ente ist eine Ente, Wasser ist Wasser, und wer sich darin ertränkt, ist auch nur eine Wasserleiche.

Natürlich kann man am Ufer sitzen und seine Blicke schweifen lassen oder ruhen, ganz nach Belieben, aber muß man denn immer gleich darüber schreiben?

Ein See ist ein See, ein Blick ist ein Blick, eine Ente ist eine Ente, aber ein Gedicht ist noch lange kein Gedicht, nur weil es am Ufer eines Sees geschrieben wurde.

 

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"'Glück ist das Ende aller Poesie' - ein wunderbarer Titel."

Ulrich Kiehl in "Signum", Heft 2/2006

 

"Bei all der aufgewendeten Ironie, den Paradoxien und der Kunstfertigkeit, die zweifellos überwiegen, schimmert doch eine sympathisch zurückhaltende, beinah träumerische Melancholie durch die Texte, die diesem kleinen Buch garantiert, daß man es erneut lesen wird, immer mal wieder."

Uta Wiedemann in "OSTRA-GEHEGE", 1/2006

 

"In diesem Büchlein finden wir den unaufhörlichen Wellenschlag der Zeit und, in der Sprache des Alltags, die Poesie."

Reinhard Kranz in "Wortspiegel", 38/2006

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