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Die Rache des kleinen Mannes

Bogislaw Bronk war ein berühmter Mann, Bogislaw Bronk war ein Nichts. Das Einzige, was sie gemeinsam hatten, war der Name, und das Alter, Anfang dreißig. Sie waren weder verwandt noch bekannt miteinander, ja, sie waren sich persönlich noch nie begegnet.

Der eine Bogislaw Bronk war ein bekannter Tennisspieler, aber was rede ich, er war der Tennisspieler überhaupt im Land, in Europa, in der Welt. Seit Jahren prägte er das Spiel auf den Centre Courts, alle großen Turniere hatte er gewonnen, und in den Zeitungen war sein Foto oft auf der ersten Seite abgedruckt.

Der andere Bogislaw Bronk war ein schlichter Magazinangestellter, er stellte tagein, tagaus Akten ein oder suchte sie heraus, in fensterlosen, schlechtgelüfteten Kellerräumen, bekam dafür einen Hungerlohn und musste sich auch noch den Spott seiner Kollegen aus den oberen Etagen gefallen lassen, den wenigen, die überhaupt Notiz von ihm nahmen, warum er denn immer so blass aussehe wie eine Leiche.

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Die Länderfusion oder Berlin-China

Es war der 17. April 2048 gegen Mitternacht; normalerweise waren die Sitzungen des Abgeordnetenhauses von Berlin um diese Zeit schon beendet und die älteren Volksvertreter ließen den Tag mit einem abendlichen Spielchen auf dem Golfplatz Alexanderplatz (früheres Kaufhof-Gelände) ausklingen, während die jüngeren mit ihren Raketen zu irgendeiner Space-Party auf Mond, Mars oder Pluto geflogen waren, doch heute waren alle auf ihren Plätzen geblieben und warteten auf das Eintreffen des Regierbaren Würgemeisters.

Spannung lag in der Luft, Spannung und Vorfreude, war heute doch der Tag, an dem nach 50 Jahren zäher Verhandlungen und 13 Volksentscheiden endlich die Fusion zwischen den Bundesländern Berlin und Brandenburg nicht nur beschlossen, sondern auch unterschrieben werden sollte.

... Fortsetzung im Buch

 

 

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"15 Geschichten zeigen 15 ungewöhnliche Biografien, in denen die geschundene Kreatur zurückschlägt. Es muss gar nicht Rache sein, hier werden die Außenseiter und Unscheinbaren zu kleinen Helden. Ein Thema, das Roland Lampe immer wieder beschäftigt."

Marlies Schnaibel in der "Märkische Allgemeinen",
1. Dezember 2009

 

"Bemerkenswert sind die originellen Einfälle, die den meisten Erzählungen zugrunde liegen, ebenso wie die gelungenen Verknüpfungen der in sich schlüssigen Handlungsabläufe und -stränge, bei denen nie das Gefühl von konstruierten Gebilden aufkommt. Alles ist im Fluss - Gedanken, Worte, Sätze."

Ulrich Kiehl für "Signum", Heft 2/2010

 

"Die Rache des kleinen Mannes ist nicht immer laut und polternd, sie kann auch unerkannt bleiben, lehrt uns der Autor kurz, bündig und prägnant. Roland Lampe findet immer einen Dreh, seine kleinen Leute zu etwa Besonderem werden zu lassen, und sei es nur für einen Moment."

Heike Weißapfel im "Oranienburger Generalanzeiger",
22. Januar 2010

 

"Alles in allem sind die Erzählungen kurzweilig und die dem Leben abgelauschten Szenen in einer mir angenehmen klaren Sprache. Die Illustrationen von Thomas Lünser stimmen mit ihnen überein, oft grotesk Rache oder Verblüffung darstellend."

Karla Hoffmann in "Wortspiegel", 52/2009

 

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